Die ständige Ausstellung vermittelt einen Überblick über die politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Stadt Hoyerswerda und ihres Umfeldes von der Urgeschichte bis zur Gegenwart.

Die frühe Besiedlung in Stein-, Bronze-
und Eisenzeit wird durch zahlreiche archäologische Funde dokumentier. Herausragende Ausstellungsstücke sind ein mittelsteinzeitliches Grab und ein eisenzeitlicher Brunnen.
Bronzezeitliches Grab
Entstehung und Entwicklung der Stadt unter böhmischer Herrschaft sowie die Schlossgeschichte bilden den nächsten Schwerpunkt. Der Besucher erhält Informationen zur ersten Erwähnung, der Stadt, zum Markt- und Stadtrecht, zur Reformation, zum Aberglauben, zur Gerichtsbarkeit und zum Dreißigjährigen Krieg.
Blich in die Mittelalterabteilung
Hoyerswerda unter sächsischer Herrschaft – unter diesem Thema geht es um den
Aufschwung des kleinen Städtchens während
der Herrschaft der Fürstin Teschen, der
Mätresse Augusts des Starken, im 18.
Jahrhundert. Sie förderte das Handwerk in nie
gekanntem Ausmaße. Das belegen die
ausgestellten Innungsladen und -krüge,
Zunftbücher, Werkzeuge und die Rekonstruktion
einer Böttcherwerkstatt. Die Amtmänner Lessing,
Onkel und Cousin des Dichters Gotthold
Ephraim Lessing, sorgten für liberalen Geist in
der Stadt.
Intarsienschrank 18.Jahrhundert
Die Napoleonischen Kriege beendeten die Sachsenherrschaft. Durch den Wiener Kongress gelangte Hoyerswerda unter preußische Obrigkeit. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts folgte der industrielle Aufschwung durch die Entstehung zahlreicher Glashütten, Braunkohlegruben und den Aufbau der Eisenbahn.
Das Alltagsleben der etwa 7.000 Einwohner steht im Mittelpunkt
eines weiteren Ausstellungsabschnittes. Zunehmend lebten Arbeiter und Angestellte in der Stadt. Einblicke
in das Wohnen, in die Geschichte des regen Vereinslebens und den Schulalltag vermitteln eine
Vorstellung von den Verhältnissen
zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Küche um 1900
In drei weiteren Räumen wird der Aufbau des neuen Hoyerswerda im Zusammenhang mit der Errichtung des Kombinates Schwarze Pumpe seit 1955 dargestellt. Für die Ansiedlung der dafür benötigten Arbeitskräfte fiel die Wahl auf Hoyerswerda. Mit der Neustadt wuchs die Einwohnerzahl innerhalb einer Generation um fast das Zehnfache auf 70.000. Modelle, Fotos, Dokumente und Zeugen des Alltagslebens verdeutlichen diese Etappe der Stadtentwicklung; sowohl Ideal und Anspruch der Planung als auch die Realität der Umsetzung.
Ausstellungsbereich Neues Hoyerswerda
Eingebettet in die ständige Ausstellung sind die Geschichte und die Kultur der evangelischen Sorben des Hoyerswerdaer Trachtengebietes. Die Sorbenstube als Einheit von Wohn- und Arbeitsraum gibt Auskunft über die Lebensweise der nationalen Minderheit, deren Alltag durch harte Arbeit gekennzeichnet war. Vor allem Anbau und Verarbeitung von Flachs spielten neben der üblichen Feldarbeit eine große Rolle. Die entsprechenden Gerätschaften werden im Museum gezeigt.
Des Weiteren kann sich der Besucher mit sorbischen Trachten und Bräuchen im Jahreslauf und mit dem Schrifttum vertraut machen.
Sorbenstube
In unmittelbarer inhaltlicher Verbindung
zum letzten Ausstellungsabschnitt der
ständigen Ausstellung findet man die
Jürgen-von-Woyski-Ausstellung, die
ständige Präsentation von
Kunstwerken des Ehrenbürgers der
Stadt Hoyerswerda.
Werkensemble des Künstlers
Seit 1993 existiert im 2. Obergeschoss des Schlosses ein gut ausgestatteter Saal, der Ausstellungen aller Genres aufnehmen kann. Sammler, Museen und Künstler aus der Region, aus der gesamten Bundesrepublik und aus dem Ausland stellen dort aus.
Der im barocken Ambiente gehaltene kleine Festsaal im 2. Obergeschoss – das Kaminzimmer – bietet 50 Personen Platz und ist für Kunstgespräche, Lesungen, Dia-Abende, Foren aller Art und kleine Konzerte ein stimmungsvoller Rahmen. Auch für Trauungen am besonderen Ort wird der Saal gern genutzt.
Kleiner Festsaal
Einen Großteil des Erdgeschosses nimmt der Renaissance-Saal ein. Seine schlichte Architektur mit dem schönen Kreuzgewölbe stammt aus dem Jahr 1592. Im Laufe der Jahrhunderte wurde er auf die unterschiedlichste Weise genutzt: als Wohn- und Festsaal, als Gefängnis und seit 1955 als Konzert- und Ausstellungssaal.

Nach der 1998 beendeten Renovierung steht der Saal seiner hervorragenden Akustik wegen vorzugsweise für Konzerte, aber auch für andere Kulturveranstaltungen zur Verfügung.
Renaisancesaal